ZschopZschop

1961 MZ Re 125

Racing/Sport

Cylinders: 1
Displacement: 125 CC
Horsepower: 26 hp
Weight: 80 kg
Top speed: 169 km/h
Owner: MWoll
zschop

Story

Heute steht die Re 125 genau im gleichen Zustand wie sie 1961 in Monza erstmals am Start war. Ernst Degner war der gesamten Konkurrenz hoch überlegen, ob das nun Honda, EMC oder Bultaco waren. Die Kämpfe der 1961er Saison des Neulings Honda gegen die etablierte Konkurrenz aus Europa beeindruckte die Welt. Da wurden Millionensummen aufgewendet, um den Anschluß zu finden. Die Europäer wurden schließlich planmäßig überrant. Nur die kleine Rennabteilung von MZ konnte eine Weile wiederstehen. Und an deren bieder anmutenden Zweitaktern wäre der Gigant aus dem Osten fast gescheitert. Die kleine Re 125 konnte eindrucksvoll demonstrieren, wo 1961 die schnellsten 125er Zweitakter der Welt gebaut wurden. Im sächsischen Zschopau nämlich.

Thumbs Up

Der Motor läuft eine Weile warm, begleitet vom charakteristischen Pfeifen des Drehschiebers und vom Schwirren der langen Kühlrippen. Mechanisch klingt der Motor gesund, einzig das Klackern der Trockenkupplng ist aus der Geräuschorgie ein wenig herauszuhören. Die herumstehenden werden von der blauen Auspuff-Wolke mit einem Duft vonverbranntem Castrol B 353 eingenebelt. Endlich kann die Anwärmkerze gegen die 310er Rennkerze gewechselt werden. Danach jubelt er blitzartig bis auf 11000/min hoch. Das Hochschalten geht schnell und präzise. Nicht umsonst hat Walter Kaaden darauf geachtet, die drehenden Massen der Schaltkinematik so klein wie möglich zu halten. Abwinkeln in die Kurve geschieht geradezu spielerisch, das Handling ist klasse, selbst der Ruck durch das Schalten in den vierten Gang bringt kein Verwinden des Fahrwerks. Die Re läuft tatsächlich wie auf Schienen.

Thumbs Down

Knie und Ellbogen schlüpfen zwischen Verkleidung und Tank, und mit etwas Zurückrutschen passt der Cromwell sogar in die Aussparung der Plexiglas Scheibe. Das verzerrt zwar die Sicht beträchtlich, lässt aber die Drehzahl spürbar steigen. Der Allerwerteste befindet sich jetzt allerdings bereits auf dem ungepolsterten Alu-Höcker der Bank. Dort machen sich bei 11000 Touren die Vibrationen genauso bemerkbar wie in den Rasten und im Lenker.

Mods

  • Die kurze Hinterradschwinge ist mit Blechprofilen versteift
  • Die originale Telegabel ist ein verkleinerter Nachbau der Original-Norton-Manx-Gabel
  • 180mm Duplex-Trommel vorn
  • 160mm Simplex-Trommel hinten
  • Grünert Leichtmetall Hochschulterfelgen
  • Leichtmetallhöcker
  • BVF Flachschiebervergaser aus der ersten ES 250-Serie
  • Leichtmetalltank (damals original von Dieter Hackebeil gedengelt und nach 32 Jahren von ihm restauriert!)
  • Magura Bremshebel